Mal- und Zeichenmaterialien

Rötel und Kohle

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Haltung der Kohle

Rötel und Kohle sind die ältesten Farben der Menschheit. Die Höhlenzeichnungen von Altamira (Spanien) und Lascaux (Frankreich) sind fast überwiegend mit Eisenoxid, Rötel und Kohle gemalt.
Der Begriff Rötel leitet sich von „Rot" ab. Rötel ist eine feste rote Farberde, die aus feinem Hämatit und Ton besteht.

 

Mit den Rötelsteinen kann man direkt auf andere Steine Umrisse aufzeichnen. Für die flächenhafte Darstellung wurden die Mineralien von unseren Vorfahren jedoch fein gerieben und mit Wasser zu einer Farbe angerührt, die dann auf die Felswände aufgebracht wurde.
Die Künstler des Mittelalters und der Renaissance schnitten sich die Rötelsteine in handliche Vierkantstangen oder in die jeweils benötigte Form. Der Rötel in Stiftform wird erst seit Ende des 15. Jahrhunderts verwendet. Rötelzeichnungen waren nicht nur eigenständige Werke, sondern auch ein beliebtes Medium für die Anfertigung von Skizzen und Studien für kleine und große Gemälde, Freskos und Bildhauerarbeiten.
Bekannte Maler waren z.B. Leonardo da Vinci, Raffael, Michelangelo, Pablo Picasso, Vincent van Gogh und viele andere.
Das heute in der Kunst verwendete Rötel ist ein extrem feinkörniges Mineralgemenge aus Tonblättchen (Schichtsilikaten), Quarz- und Feldspatkörnchen sowie Hämatit als Farbpigment.
Rötel eignet sich besonders für feine Strichzeichnungen, Porträts, Aktzeichnungen und figürliche Darstellungen.

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Blumenstrauß: Zeichenfeder und Kohlstift

Im Handel ist Rötel heute als Vierkantstäbchen, als Mine für Klemmstifte und als Holzstift (mit einem runden Kern aus Rötel) erhältlich. Die Holzstifte bieten dem weichen Kern etwas mehr Schutz, denn grade für kräftige Linien braucht man einen etwas festeren Andruck.
Ebenso wie Rötel ist auch die Kohle ein reines Naturprodukt. Zeichenkohle entsteht aus dem Holz der Weide oder des Buchsbaums. (unter Luftabschluss halb verkohlt). Sie sollte leicht und tiefschwarz sein. Es gibt sie in verschiedenen Härtegraden: H = sehr hart, HB= mittelweich, B= weich. Kohlestangen gibt es in unterschiedlichen Stärken: die dünnen Stangen mit ca. 3 mm Durchmesser, die mittleren und am meisten verwendeten mit 8 mm und die dicken, mit einem Durchmesser von 10-20 mm.
Kohle ist ein äußerst vielseitiges Malmittel. Sie ist sowohl für streng durchgeführte Arbeiten als auch für die feine Studien oder die Umrisszeichnung geeignet. Da die Kohle durch bloßes Wischen leicht gelöscht werden kann, wird sie auch zum Skizzieren von Ölbildern und sogar von Aquarellen verwendet.

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Landschaft: Kohle und Feder laviert

 

In der ABC Kunstschule Paris können Sie die Materialien, mit denen Sie künstlerisch umgehen wollen, ausführlich kennen lernen. Viele praktische Tipps und genaue Anleitungen erwarten Sie. Lesen Sie hier einige Auszüge aus dem Fernkurs-Studienmaterial zum Thema „Kohlezeichnung“:



„Die Leichtigkeit, mit der Kohle wieder ausgelöscht werden kann, ist gleichzeitig ein Vor- und Nachteil. Denn wenn man mit einem Stück Stoff oder besser einem Stück Waschleder oder einem Wattebausch eine ganze Arbeit wieder löschen kann, dann kommt es auch vor, dass man einen Teil einer Zeichnung durch eine ungeschickte Berührung mit der Hand oder der Kleidung verdirbt. Deshalb muss man das Papier mit Klammern auf einen festen Karton heften, der beim Arbeiten auf eine Staffelei gestellt oder einfach gegen eine Stuhllehne gelehnt wird. (...)
Die Kohle wird entweder direkt in der Hand gehalten oder mit einem Halter gebraucht. Es kann auch mit der Kante gezeichnet werden. Mit einem Messer oder einer Rasierklinge kann man eine feine Spitze schneiden. (...)“

 

 

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